Hypnose ist alles! Alles ist Hypnose?

Richard Petersen • 14. Februar 2023

Was du über Hypnose vielleicht noch nicht wusstest

Hi, und willkommen zu meinem Blog. 

 

Oooohh, nicht noch ein Blog, magst du dir jetzt vielleicht denken. Dachte ich auch ganz lange. Aber hey, vielleicht gibst du uns (meinem Blog und mir) eine Chance. Vielleicht interessieren dich ja die Themen, dir ich dir hier näherbringen möchte.

Und hoffentlich siehst du es mir nach, dass ich manchmal die maskuline Schreibweise anwende. Angesprochen sind selbstverständlich immer alle Geschlechter.


Ich schreibe hier ab jetzt wöchentlich über unterschiedliche psychische Mechanismen, Blockaden und ungünstige Verhaltensweisen, die uns daran hindern unser Leben so zu gestalten, wie wir möchten. Und ich erkläre, ob und wie therapeutische Hypnose dazu beitragen kann, die jeweiligen Störungen günstig zu beeinflussen.

Ich möchte aber nicht nur mein Wissen (mit)teilen und Informationen weitergeben. Vielmehr möchte ich diesen Blog mit noch mehr Leben füllen. Daher freue ich mich auf einen regen Austausch mit dir. Ich bin dankbar für jeden Input, jeden Kommentar, jede (möglicherweise abweichende) Meinung.

Und wenn du einen bestimmten Wunsch für einen Blogbeitrag zum Thema Hypnose hast, freue ich mich riesig auf deine Nachricht.


Aber nun zur Überschrift dieses ersten Beitrags, was ist Hypnose eigentlich?

Ich habe die Überschrift bewusst provokant, fragend gewählt, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass viele Menschen sich wenig darunter vorstellen können.

Und natürlich weiß ich, dass ganz viele Informationen und Meinungen über die Hypnose kursieren. Und ich kenne auch die ganzen Vorbehalte und kann verstehen, dass diese Vorbehalte (besser Vorurteile) viele Menschen davon abhalten, hypnotherapeutische Unterstützung in Anspruch zu nehmen.


Daher als Erstes eine Einordnung.


Ganz einfach ausgedrückt, handelt es sich bei einem hypnotischen Zustand, auch Trance genannt, um die Verschiebung der Aufmerksamkeit.

Eigentlich keine große Sache.

Und je länger du über diesen Satzteil nachdenkst ...“Verschiebung der Aufmerksamkeit“, desto harmloser wirkt er bestimmt.

Und vielleicht merkst du, dass dir das auch schon passiert ist. Dass du deine Aufmerksamkeit von deiner Umgebung weg, hin zu einer ganz bestimmten Sache orientiert hast.

Spoiler!! Jedem Menschen passiert das, häufig sogar mehrfach am Tag.


Vielleicht wenn du ein Buch liest und mit der Zeit regelrecht „abtauchst“.

Und dann bist du vollkommen vertieft in die Geschichte des Buches und nimmst um dich herum nichts mehr wahr.


Beobachte einmal SportlerInnen. LäuferInnen, SpringerInnen oder SchwimmerInnen bei der Startvorbereitung. TennisspielerInnen vor dem Aufschlag.

Ihnen kann man sehr gut ansehen, dass sie die Umwelt nahezu komplett ausblenden können um sich ausschließlich auf ihren Wettkampf zu fokussieren.

Man sagt übrigens, dass eigentlich alle sportlichen Höchstleistungen im Zustand der Trance erreicht werden.


Ich finde, man kann es bei Kindern, die in ein Spiel vertieft sind, oder etwas Neues entdecken, am besten erkennen.

Vermutlich kennen alle Eltern die Situation, dass ihr Kind manchmal gar nicht mehr auf Ansprache reagiert, weil es vollkommen in ihr Spiel vertieft ist.


Drei völlig unterschiedliche Situationen, die aber alle das Gleiche beschreiben, einen Zustand der Trance.


Hypnose im therapeutischen Kontext.


In dem geschützten Raum bei einem Therapeuten deines Vertrauens darfst du dir erlauben, einmal vollkommen zu entspannen. Und mit zunehmender körperlicher Ruhe, entspannst du auch mental immer mehr. Deine bewusst wahrgenommene Umgebung darf einmal in den Hintergrund treten.

Dein Bewusstsein darf sich ebenfalls einmal ausruhen. Normalerweise funktioniert dein Bewusstsein wie ein „Türsteher“.

Es entscheidet, welche Informationen in dein Unterbewusstsein durchgelassen werden. Eine überaus wichtige Funktion. Sie schützt dich davor, alle Informationen die du täglich aufnimmst, verarbeiten zu müssen.

Um diesen Türsteher für die Zeit der Hypnose abzulenken, schickst du ihn durch deine mentale Entspannung in seine verdiente Pause.

Dadurch wird dein Unterbewusstsein (Unbewusstes) ansprechbar wird für hilfreiche und gewünschte Suggestionen.


Suggestion: „Geistig-seelische Beeinflussung eines Menschen mit dem Ziel, ihn zu einem bestimmten Verhalten zu veranlassen.“

Hört sich erst einmal gruselig an. Gemeint ist natürlich immer ein Verhalten, dass der Hypnotee (Mensch, der hypnotisiert wird) vorher als Ziel vorgegeben hat.


In deinem Unterbewusstsein sind alle Ressourcen und Informationen vorhanden, die du für deine gewünschte Veränderung in der Zukunft benötigst.

Im Zustand einer hypnotischen Trance kannst du, dein in Zukunft gewünschtes Verhalten, schon mit allen Sinnen erleben.

Therapeutische Hypnose wird also eingesetzt, dir diese Ressourcen aus deinem Unterbewusstsein wieder bewusst zu machen.


Übrigens:


Du behältst in jeder Hypnose immer die volle Kontrolle. Du kannst jede Hypnose selbst jederzeit abbrechen. Dazu öffnest du einfach deine Augen und kehrst aus deiner Entspannung zurück ins „hier und jetzt“.

Es kommt immer jeder Hypnotee aus seiner Trance zurück. Nirgendwo auf der Welt laufen hypnotisierte Menschen herum und machen komische Dinge.


Denn:


Niemand kann im Zustand der Hypnose zu Dingen verleitet werden, die er im bewussten Zustand ebenfalls nicht getan hätte. Dies ist eine Erfindung von Hollywood Regisseuren.


Außerdem:


Niemand kann gegen seinen Willen hypnotisiert werden. Das ist noch so eine Hollywood Idee.


Als Bild für diesen Beitrag habe ich übrigens ganz bewusst ein Foto gewählt, dass ein typisches Klischee für Hypnose abbildet. Ich persönlich kenne Niemanden, der zur Einleitung einer Hypnose ein Pendel benutzt.


Falls du übrigens beim Lesen dieses Artikels ganz in den Inhalt vertieft warst, hattest du vielleicht ein Trance Erlebnis.


In meinem nächsten Beitrag möchte ich über die unterschiedlichen Ängste schreiben, die uns begleiten und wie Hypnose dabei helfen kann, diese Ängste zu überwinden.

Wenn du das nicht verpassen möchtest, abonniere einfach meinen Blog.


Zum Schluss:


Bitte denke noch an meine Einladung vom Anfang des Artikels.

Falls du Fragen zu diesem oder einem andern Thema hast, oder Wünsche und Anregungen mitteilen möchtest, dann melde dich sehr gerne bei mir.


Ich freue mich auf deine Nachricht.


info@sachsenwaldhypnose.de


Bis nächste Woche,

Viele Grüße Richard

von Richard Petersen 15. August 2026
Warum übersehen fast die Hälfte der Menschen einen Gorilla direkt vor ihren Augen? Das berühmte Experiment zeigt die Grenzen unserer Aufmerksamkeit.
von Richard Petersen 9. August 2026
Warum quälen uns alte Fehler oft noch Jahre später? Erfahre, weshalb Selbstvergebung so schwerfällt und wie Frieden mit der Vergangenheit gelingen kann.
von Richard Petersen 31. Juli 2026
Warum sehen manche Menschen Dinge, die nicht da sind? Das Charles-Bonnet-Syndrom erklärt, wie das Gehirn trotz Sehverlust Bilder erzeugen kann.
von Richard Petersen 24. Juli 2026
Was ist das Locked-in-Syndrom? Erfahre, warum Betroffene bei vollem Bewusstsein im eigenen Körper gefangen sind und was die Forschung heute weiß.
von Richard Petersen 18. Juli 2026
Cotard-Syndrom einfach erklärt. Warum Menschen glauben, bereits tot zu sein, und was dieses seltene Phänomen über unser Gehirn verrät.
von Richard Petersen 10. Juli 2026
Kann ein Mensch seinen eigenen Partner plötzlich für einen Doppelgänger halten? Entdecken Sie die faszinierende Welt des Capgras-Syndroms und die erstaunlichen Fähigkeiten unseres Gehirns.
von Richard Petersen 3. Juli 2026
Kann ein Mensch einfach verschwinden und sein bisheriges Leben vergessen? Die dissoziative Fugue gehört zu den faszinierendsten psychologischen Phänomenen überhaupt.
von Richard Petersen 26. Juni 2026
Oliver Sacks' berühmte Patienten wie Dr. P. und Jimmie G. zeigen eindrucksvoll, wie das Gehirn unsere Wahrnehmung, Erinnerungen und unser Selbstbild prägt.
von Richard Petersen 19. Juni 2026
Warum wirken manche Menschen so sicher, obwohl sie wenig wissen? Erfahre, wie der Dunning-Krüger-Effekt deine Wahrnehmung verzerrt.
von Richard Petersen 12. Juni 2026
Warum ziehen uns schlechte Nachrichten so an? Erfahre, wie dein Gehirn auf Gefahr reagiert und warum negative Inhalte dich stärker beeinflussen als positive.