Prokrastination erzeugt Leid

Richard Petersen • 28. Februar 2023

Warum Prokrastination nichts mit Faulheit zu tun hat, und wie Hypnose helfen kann.


Vielleicht kennst du es. Du hast eine wichtige Aufgabe termingerecht zu erledigen. Aber du schiebst die Arbeit vor dir her, bis es nicht mehr geht, oder sogar zu spät ist. Sei es deine Steuererklärung oder die Präsentation für den Chef. Vielleicht rückt ein Prüfungstermin oder der Abgabetermin einer schriftlichen Hausaufgabe immer näher.


Doch du machst dich nicht an die Arbeit, sondern du erledigst andere, vermeintlich ebenso wichtige Aufgaben.

Plötzlich werden Dinge wie Hausputz, Wäsche bügeln etc. erledigt, um sich der eigentlichen, unangenehmen Aufgabe zu entziehen. Das entstehende schlechte Gewissen wird damit beruhigt, dass man ja trotzdem etwas Sinnvolles getan hat.


Grundsätzlich handelt es sich nicht immer um Prokrastination, wenn du eine Aufgabe abbrichst und auf morgen verschiebst. Nahezu jeder Mensch kennt das.

Oft hast du gute Gründe dafür und du empfindest deine Entscheidung als hilfreich und sinnvoll.


Ein Prokrastinierer empfindet das Gegenteil!


Hinter der chronischer „Aufschieberitis“ verbirgt sich eine Verhaltensstörung, die mit starken psychischen und auch körperlichen Problemen einhergehen kann. Der Betroffene weiß, dass er sich mit seinem Verhalten selbst schädigt. Aber die kurzfristige Befriedigung, die er durch das Prokrastinieren verspürt, wirkt vorübergehend beruhigend.

Später kommt es jedoch zunehmend zu erheblichen Stressreaktionen.

Auch körperliche Symptome wie z. B. Schlafstörungen oder Magen- und Darmerkrankungen können auftreten.


Schätzungen zufolge ist etwa jeder 5. Deutsche von Prokrastination betroffen. Unter Studierenden (aller Fachrichtungen) schätzt man die Zahl der Prokrastinierer sogar auf bis zu 60 %. Daher gibt es bereits Universitäten und Hochschulen die Prokrastinationsambulanzen eingerichtet haben.


Funfact: Wusstest du eigentlich, dass es auch das Gegenteil zur Prokrastination gibt? Der Begriff dafür lautet Prekrastination und beschreibt das zwanghafte Verhalten, jede Aufgabe sofort zu erledigen.


Eine Ursache für Prokrastination kann darin bestehen, dass du von Versagensängsten geplagt bist. Denn häufig tritt das Syndrom bei Menschen auf, die sehr perfektionistisch sind, sich selbst keine Fehler erlauben und ständig befürchten, den eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden.

Wenn du wissen möchtest, ob du zum Prokrastinieren neigst, kannst du prüfen, ob folgende Sätze auf dich zutreffen:


Ich schiebe wichtige Aufgaben so lange vor mir her, bis ich sie nur unter enormen Stress oder sogar zu spät erledige.


Es gelingt mir nicht, zwischen Aufgaben zu unterscheiden, die sofort erledigt werden müssen und anderen, denen ich mich später zuwenden kann.


Mich überfallen Versagensängste, wenn ich eine wichtige Aufgabe übernehmen soll.


Ich suche regelmäßig nach Gründen, warum ich eine Aufgabe gerade nicht erledigen kann.


Wenn du dich mit diesen Sätzen spontan identifizieren kannst, neigst du möglicherweise zum Prokrastinieren.


Ich zeige dir gerne gleich einige Tipps, die hilfreich sein können, dein Aufschiebeverhalten positiv zu beeinflussen.

Eine ausgeprägte Prokrastination ist aber leider meistens nicht durch reine Willenskraft zu überwinden. Ist dein Leidensdruck sehr groß und zeigen sich bereits körperliche Symptome, oder hast du schon Leistungseinbrüche, vielleicht sogar mit beruflichen Konsequenzen? Dann überlege vielleicht einmal, therapeutische Unterstützung zu suchen.


Falls du noch keine dieser zusätzlichen Symptome spürst, aber dennoch etwas gegen dieses lästige Verhalten unternehmen möchtest, sind möglicherweise folgende Hilfestellungen für dich geeignet:


1.Starte sofort


Es gilt die „72-Stunden-Regel“. Sie besagt, dass du innerhalb dieser Zeit die Erledigung einer Aufgabe starten solltest, da anschließend die Chance auf nur noch 1% sinkt, dass du die Aufgabe überhaupt erledigst.


2.Achte auf deine Gedanken


Deine Gedanken sind mächtig. Sie bestimmen dein Handeln zu 95%. Versuche also deine Aufgaben und Ziele positiv zu formulieren. Die Erledigung fällt dann leichter.


3.Entscheide nach Prioritäten


Vielleicht hilft dir die „Eisenhower-Methode“. Sie erklärt, wie du zwischen wichtig und dringend unterscheiden kannst. Und was du vielleicht delegieren oder vernachlässigen kannst.


Nun kann es sein, das diese Tipps nicht hilfreich für dich sind, weil dein Leidensdruck bereits mit körperlichen Beschwerden verbunden sind. Und weil du eine übermäßige Abneigung, vielleicht sogar Angst verspürst, wenn du an deine Aufgabe denkst.


Dann sei versichert, dass sich dir verschiedene Möglichkeiten bieten, dein Leid zu lindern.


So können verhaltenstherapeutische Methoden dir dabei helfen, durch wiederholtes Üben ein vorteilhaftes Zeit- und Selbstmanagement zu etablieren.


Wenn dir das zu aufwendig und langwierig erscheint, bietet dir therapeutische Hypnose eine angenehme Alternative.

Hier wird an den Ursachen angesetzt, die den unangenehmen Gefühlen zugrunde liegen.

Im Zustand einer hypnotischen Trance kannst du die belastenden Ursachen, die dich zum prokrastinieren verleiten, aufspüren und „überschreiben“.

In dir schlummernde Ressourcen kannst du aktivieren und so zu deinem gewünschten Verhalten nutzen.


In einem vorherigen Blogbeitrag habe ich bereits beschrieben, wie Hypnose wirkt.

Hier nachzulesen: Hypnose ist alles! Alles ist Hypnose? (sachsenwaldhypnose.de)


So belastend Prokrastination im Einzelfall auch ist, Betroffene brauchen sich nicht damit abfinden. Hilfe ist möglich.


Und damit verabschiede ich mich bis zur kommenden Woche.


Falls du zu diesem oder einem anderen Thema weitere Fragen hast, gilt natürlich weiterhin mein Angebot, mir einfach eine Nachricht zu schicken.


Wie immer freue ich mich auf Feedback.

Und wenn du einen Wunsch für einen Blogartikel zum Thema Hypnose hast, bin ich nur eine E-Mail entfernt.


Zu guter Letzt sei nochmals erwähnt, dass sich mein Blog über Verbreitung freut :-)


Viele Grüße,


Richard


P.S. Wenn ich die maskuline Schreibweise verwende, sind selbstverständlich immer alle Geschlechter angesprochen.


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